»Arbeit ist Liebe sichtbar gemacht.«


- Aus: Der Prophet von Khalil Gibran

Ich baue meine Instrumente einzeln oder teilweise auch parallel, wobei meine Arbeitsweise auf traditionellen Verfahren, Werkstoffen und Materialien beruht. Die Instrumente werden als Einzelstücke in dem respektvollen Bewusstsein gefertigt, in der Tradition großer Meister zu bauen. Gleichzeitig versuche ich dort für moderne 'Verbesserungen' offen zu sein, wo sie sinnvoll sind hinsichtlich dessen, was von einer klassischen Konzertgitarre im 21. Jahrhundert erwartet wird.

Ich strebe nach gleichem handwerklichen Niveau und der selben Art von Verfeinerung, wie sie in den Arbeiten von Gitarrenbauern wie Antonio de Torres, Garcia und Simplicio, Hermann Hauser hier in Deutschland, Daniel Friedrich in Frankreich oder modernen amerikanischen Bauern wie Jeffery R. Elliot und Robert Ruck deutlich werden.

Auf dem Weg, meine Art des Gitarrenbaus zu finden, bin ich unter anderem durch traditionelle japanische Kulturbereiche beeinflusst worden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Begriff des 'Weges' - auf japanisch heißt dieses Wort 'dô'. In Japan spricht man in vielerlei Bezügen vom 'dô'. So heißt z.B. die Teezeremonie 'Chadô', - der Weg des Tees oder 'Shodô' - der Weg des Schreibens. Sogar die Blumensteckkunst 'Kadô' heißt übersetzt 'der Weg der Blume'. Bezogen auf mich gibt es also auch einen Weg des Gitarrenbaus, der eine tiefere Bedeutung hat, als nur das fertige Produkt oder die Tätigkeit an sich zu beschreiben.

Eine gute Beschreibung dessen findet sich im Buch „The Way of the Carpenter” von William H. Coaldrake, wo die traditionelle japanische Art des Holzhandwerkes beschrieben wird. Zitat:

„Die benötigte Kreativität um den Konstruktionsprozess zu erhalten, wird von ähnlichen Impulsen entzündet wie auch spirituelle Eindrücke sie kennen wie zum Beispiel Vorstellungskraft und Ehrfurcht. Der Bauprozess hat daher vieles gemein mit religiösen Attributen und beinhaltet Reihenfolge, Ordnung, Hierarchie, Organisation und das Bewusstsein eines tieferen Sinns.”


Der tiefere Sinn ist in diesem Zusammenhang natürlich die Musik, die auf dem Instrument gespielt werden wird. Wenn die Musik unser Herz und die Seele berührt, findet ein Kontakt statt zwischen Komponist, dem aktiven Musiker, dem Zuhörer und dem Instrumentenmacher. Für einen kurzen Moment läuft der Weg des Gitarrenbaus zusammen mit anderen Wegen und findet seinen Abschluss in der Freude der Menschen. Genau diese Momente sind für mich viel wichtiger und interessanter als z.B. eine Debatte darüber, welches Beleistungssystem das Beste sei. Falls Sie nach einem Instrument suchen, in dem diese Art von Leidenschaft für die Arbeit am Instrument und 'des Weges' als Ganzem steckt, kann es nun Ihr Anteil sein, mit der selben Leidenschaft darauf zu spielen. Ich lade Sie ein, eines meiner Instrumente auszuprobieren und freue mich, von Ihnen zu hören.


Herzlichst Ihr,


Tobias Berg